Künstliche Intelligenz ist zu einem der zentralen Themen unserer Zeit geworden. Die neuen Technologien haben sich in kürzester Zeit zu einem entscheidenden Treiber für Innovation, Transformation und Entwicklung in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft entwickelt. Insbesondere die Arbeitswelt steht vor einem tiefgreifenden Wandel – nicht als ferne Zukunftsvision, sondern ganz konkret im Hier und Jetzt.
Auch im Kultur- und Eventmarketing ist KI längst angekommen. Noch vor wenigen Jahren galten automatisierte Texte, Bilder oder Analysen als experimentelle Spielerei. Heute unterstützen KI-Tools bereits bei Recherche, Texterstellung, Übersetzung, Bildbearbeitung oder Konzeptentwicklung. KI und Automatisierung können helfen, mit weniger Arbeitsaufwand und geringeren Kosten deutlich bessere Ergebnisse zu erzielen. Langfristig eröffnen sich darüber hinaus völlig neue Möglichkeiten: von vollautomatisierten Workflows über datenbasierte Marketingsteuerung bis hin zur personalisierten Publikumsansprache.
Doch wie sieht der Status quo tatsächlich aus? Wie intensiv wird KI bereits genutzt – und wo liegen aktuell noch die größten Hürden?
Vom Hype zur Praxis: Künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag
Im Rahmen unserer Umfrage zu den Kulturmarketing-Trends 2026 haben wir über 500 Akteur:innen aus dem Kultur- und Eventbereich zum Einsatz künstlicher Intelligenz befragt. Ziel war es, ein realistisches Bild davon zu bekommen, ob und wie KI im Arbeitsalltag eingesetzt wird, für welche Aufgaben sie genutzt wird und welche Herausforderungen damit verbunden sind.
Über 80 Prozent nutzen bereits KI in ihrem Arbeitsalltag
84 Prozent der Befragten gaben an, bereits mit Künstlicher Intelligenz zu arbeiten. Der Großteil nutzt KI aktuell allerdings noch zurückhaltend: Rund 42 Prozent setzen die Technologien nur gelegentlich ein. Weitere 42 Prozent nutzen KI regelmäßig, jedoch arbeitet derzeit nur etwa jede:r Fünfte täglich oder gar ständig mit KI-Tools.
Das zeigt: Die ersten Berührungspunkte sind gemacht, doch die konsequente und systematische Integration in Arbeitsprozesse steht vielerorts noch am Anfang.
Texterstellung als häufigster Einsatzbereich
Ein Blick auf die konkreten Einsatzbereiche macht deutlich, wobei KI aktuell den größten Mehrwert bietet – oder zumindest wahrgenommen wird.
An erster Stelle steht das Erstellen und Anpassen von Texten. Dazu zählen etwa Ankündigungstexte, Programmtexte, Social-Media-Beiträge oder Presseinformationen. Ebenfalls häufig genutzt werden KI-Tools für Rechercheaufgaben, Textkorrekturen, Übersetzungen sowie zur Unterstützung bei Konzepten und Anträgen.
Deutlich seltener kommen Funktionen wie Bilderstellung und -bearbeitung, Transkription, Datenanalyse oder Video-Generierung im Kulturbereich zum Einsatz. Besonders auffällig ist zudem, dass sich bislang nur rund jede*r Zwanzigste intensiver mit den Möglichkeiten der Automatisierung beschäftigt hat – also mit der intelligenten Verknüpfung von Tools und Prozessen.
Fehlendes Know-how als größte Hürde
Warum bleibt das aktuelle Potenzial von KI bislang oft ungenutzt? Auch darauf gibt die Umfrage klare Hinweise.
Die mit Abstand größte Herausforderung sind fehlendes Wissen und mangelnde Kompetenz im Umgang mit KI-Tools. Viele Akteur:innen fühlen sich unsicher, wie sie die Technologien sinnvoll, effizient und verantwortungsvoll einsetzen können. Hinzu kommen Datenschutz- und Rechtsbedenken, die insbesondere in öffentlich finanzierten Kulturinstitutionen eine zentrale Rolle spielen.
Weitere Hemmnisse sind die Unzufriedenheit mit der Qualität der Ergebnisse und der zeitliche Mehraufwand, der entsteht, wenn Ergebnisse nicht direkt den Erwartungen entsprechen. Häufig wird der Einsatz auch grundsätzlich aufgrund von ethischen Bedenken und fehlender Akzeptanz abgelehnt, anderen fehlen die Budgets und die personellen Ressourcen, um neue Tools in die Arbeit zu integrieren.
Fazit
Künstliche Intelligenz hält auch im Kultur- und Eventmarketing zunehmend Einzug. Die Nutzung beschränkt sich jedoch häufig auf einfache Anwendungen wie Recherche oder Texterstellung. Komplexe Workflows und Automatisierungen, die die Arbeit langfristig deutlich erleichtern und Ressourcen freisetzen könnten, werden bislang kaum genutzt.
Die größten Hemmnisse liegen weniger in der Technologie selbst, sondern vor allem im fehlenden Wissen über konkrete Anwendungsfälle, im mangelnden Verständnis für Prozesse sowie in Unsicherheiten rund um Datenschutz und Qualitätssicherung. Gleichzeitig zeigt die Umfrage: Das Interesse ist da, ebenso die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.
Die zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre wird daher sein, KI nicht als isoliertes Tool, sondern als Teil einer umfassenden Digitalisierungs- und Prozessstrategie zu verstehen – pragmatisch, verantwortungsvoll und mit klarem Blick auf den konkreten Nutzen für die tägliche Arbeit in Kultur- und Eventorganisationen.